14
Jan
2006

Branchenexperten prognostizieren hohe Wachstumsraten für Mehrwertdienste

schreibt die Marketing Börse. und weiter:

Seit Jahresanfang wurden nach einer Entscheidung der Bundesnetzagentur die so genannten 0190-Service-Rufnummern durch die 0900-Rufnummern abgelöst. Branchenexperten versprechen sich davon einen verbesserten Kundenservice und neue Umsatzquellen. „Mit den neuen Rufnummern-Gassen lassen sich innovative Geschäftsideen schneller realisieren und die angebotenen Dienstleistungen kann man jetzt flexibler tarifieren“, so Omar Khorshed, Vorstandsschef des Düsseldorfer Abrechnungsdienstleisters acoreus. Mit einem größeren Marktpotenzial für Mehrwertdienste rechnet auch das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK). Vom geschätzten Marktvolumen von zwei Milliarden Euro entfällt danach der Löwenanteil von 43 Prozent bereits auf die Premium-Rate-Dienste. In den nächsten zwei bis drei Jahren sei in Deutschland ein Marktwachstum von rund 50 Prozent möglich, wobei neue Anwendungen, Inhalte und die Erschließung neuer Kunden diese Entwicklung vorantreiben sollen.

„Ein Vorteil der neuen 0900-Nummern ist die Transparenz. Es lässt sich jetzt leicht erkennen, welcher Dienst hinter welcher Nummer steckt. Die fünfte Stelle der Rufnummer ist dafür der Indikator. Die Kombination 0900-1 steht für Informationsdienste, 0900-3 für Unterhaltungsdienste, 0900-5 sonstige Dienste – in der Regel Erotikangebote - und 0900-9 für Internet-Einwahlprogramme“, so Khorshed. Im Gegensatz zu den alten Servicerufnummern mit ihren festen Tarifstufen (0,41 bis 1,84 Euro pro Minute) und mit der vom jeweiligen Anbieter preislich festgelegten 0190-0-Nummer, sind die Tarife jetzt bis zu zwei Euro pro Minute und bis maximal 30 Euro pro Verbindung frei wählbar. Damit könnten Unternehmen ihre Beratungs- und Unterhaltungsdienstleistungen zu marktgerechten Preisen anbieten, wie etwa Rechtsberatung, Expertentelefon, Gewinnspiele oder Kundenservicetelefone. Erstmals sei es möglich, Telefonberatungen auch zu einem Festpreis abzurechnen. Aber auch neue Geschäftsmodelle seien denkbar: „Man kann Konzerttickets direkt übers Telefon bezahlen, größere Beträge für karitative Zwecke spenden oder Reservierungsgebühren für Bahnfahrten abrechnen“, sagt Khorshed.

kwak Telecom ist sogar in der Lage, die Anrufe verschiedener Teilnehmer zur selben 0900-Nummer unterschiedlich abzurechnen – je nachdem, ob es sich aus Sicht des Dienstleisters um Gold-, Silber- oder Bronzekunden handelt. Die Tarife können auch noch während des Gespräches mit dem Anrufer festgelegt werden. Das ist zum Beispiel bei Beratungshotlines wichtig, die Reservierungsgebühren oder Anzahlungen verwalten.

Der Kundenservice wird durch dieses Offline-Billing qualitativ aufgewertet, Über 0900 kann man einen variablen Service-Mix einführen. Dem anrufenden Kunden wird je nach Unternehmenspolitik ein Service-Status zugewiesen: Der persönliche Berater für den Stammkunden, die teilautomatisierte Variante für den Gelegenheitskäufer, einfache Informationen über Maschine und komplizierte Analysen durch den menschlichen Agenten.

VIVA und Sat.1 Schweiz: Call-TV verstösst gegen Lotteriegesetz

Als "verbotene lotterieähnliche Gewinnspiele" wurden "Swiss Quiz" und "WWT" erneut verurteilt und Geldstrafen verhängt. Mittlerweile wurden die Sendungen eingestellt.

In Deutschland wird der durch den Anruf getätigte Einsatz als unerheblich bezeichnet: "Der Spieleinsatz selbst wird durch das Verhalten des Anrufers bestimmt und ist für den einzelnen Anruf unerheblich. Zudem erhält der Teilnehmer mit jedem Anruf eine neue Chance gegen das im Einzelfall geringe Entgelt." (Quelle: Mehrwertdienste & Recht)

In der Schweiz dagegen sind Lotterien grundsätzlich verboten. Das gilt auch für «Preisausschreiben und Wettbewerbe jeder Art, an denen nur nach Leistung eines Einsatzes teilgenommen werden kann, und bei denen der Erwerb der ausgesetzten Gewinne wesentlich vom Zufall oder von Umständen abhängt, die der Teilnehmer nicht kennt».

Unklar in der Schweiz war die angebotene Teilnahmemöglichkeit mittels Postkarte: Sie könnte mit einem Telefonanruf nicht gleichgestellt sein. Die By-Call-Abrechnung für die Teilnahme wurde in diesem Zusammenhang als "verbotenes Glücksspiel" gewertet, die 0901-Mehrwertnummer sei zudem widerrechtlich verwendet wurden, so die damalige Beanstandung.

Mittlerweile kehrte eine neue Version unter dem Namen "Swiss Quiz" zurück, während aus den deutschen Sendungen bis heute Schweizer Mitmach-Nummern verbannt wurden.

Es startet bereits vor der deutschen, durch 9Live produzierten Ausgabe und ersetzt auch die "Sat.1 NEWS – die nacht". VIVA Schweiz lässt "WWT" wie Sat.1 von Callactive in Deutschland produzieren.

Nun kam auch der Zürcher Statthalter Bruno Graf zu dem Schluss, bei den Call-TV-Formaten handle es sich um "verbotene lotterieähnliche Gewinnspiele" – mit der Begründung der Chancenungleichheit für die Teilnehmer. Erlaubt wären die Spiele bei kostenloser Teilnahme – was den Sinn der Formate für die Sender natürlich aufheben würde. Gegen Sat.1 Schweiz und VIVA Schweiz wurden Geldbussen in Höhe von mehreren tausend Franken verhängt – sie wollen die Entscheide wenig überraschend anfechten. Zunächst hat Produzent Callactive mit einer kostenlosen Teilnahmemöglichkeit reagiert, wenn man seinen Namen und Telefonnummer auf den Homepages der Sendungen im Internet bekannt gibt. Am Donnerstag wurde bekannt gegeben, dass sowohl das Sat.1 Schweiz- als auch das VIVA-Quiz vorläufig und per sofort eingestellt sind.

Die Anbieter wollen nun die Postkarte als Teilnahmemöglichkeit durch eine interaktive Anwendungn auf der Website und eine Teilnahmemöglichkeit per WAP ergänzen und hoffen, damit die Vorwürfe entkräften zu können.

Eine Alternative dazu ist bereits vorhanden: Bei Astro-Shows, die im deutschen Fernsehen bereits zahlreich vorhanden sind, können die Zuschauer für eine "Beratung" Experten im Studio erreichen - oder auch nicht. Allerdings: Ein Gewinnspiel wird dabei nicht veranstaltet..
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0900 Mehrwertnummern, Premium Rate Service: kwak Telecom

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